Tagestipps im Radio

Tagestipps

Mittwoch 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Ellen Häring Indigene in Honduras Ein Dorf siegt gegen die Mafia Von Steffi Wassermann und Erika Harzer Die Dörfer der indigenen Garifunas erstrecken sich von Belize bis nach Costa Rica, ihre größten Ansiedlungen sind in Honduras. Ihr Land ist heiß begehrt nicht nur von nationalen und internationalen Investoren, sondern auch von den Drogenkartellen. Es liegt auf dem Drogenkorridor aus Südamerika in die USA. Die Garifuna-Gemeinde Vallecito hat das Unmögliche geschafft und ihr Land gegen die Drogenmafia und die Großgrundbesitzer verteidigt. Das Dorf, das gemeinschaftlich verwaltet wird, ist zum Symbol des Widerstands geworden und zur Hoffnung all der Gemeinden, die durch Landraub und Vertreibung ihre Heimat verloren haben.

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

In 80 Welten ohne Zeit Über die Veränderung der Reisegeschwindigkeit seit Jules Verne Von Florian Felix Weyh Vor 150 Jahren veröffentlichte Jules Verne den Roman "In 80 Tagen um die Welt" und schrieb damit nicht nur sein erfolgreichstes Buch, sondern löste eine Welle aus: Nicht nur zig Verfilmungen hat der Text erlebt, sondern auch Dutzende von Verwirklichungen. Was Verne nur erfunden hatte, begannen schon die Zeitgenossen umzusetzen. Und sie unterboten die Marke von 80 Tagen immer rascher. Seit Erfindung von Automobil und Flugzeug, bei Verne noch kein Mittel, war das freilich keine Kunst, wenngleich die Weltumrundung des NDR-Manns Ernst Schnabel 1951 mit PanAm-Stratocruisern angesichts der Unfallrate dieses Flugzeugtyps immer noch waghalsig war. Beschleunigung zeichnet die Reiseentwicklung seit 150 Jahren aus - doch es gibt Gegenbewegungen: So ritt der französische Philosoph Gaspard Koenig kürzlich die Reise Montaignes von 1580 (Bordeaux-Rom) mit dem Pferd nach. Ein PS statt derer Tausend, wie sie die Dampfmaschinen bei Jules Verne aufbringen. Dem heutigen Leser mag auffallen, wie dezidiert der Romancier die fossilen Energien in den Blick nahm, als Entfesselungsmotiv des 19. Jahrhunderts schlechthin: Kraft durch Kohle und Gas. Doch die letzte Weltumrundung in Verne"scher Tradition fand 2016 unter neuer Perspektive statt: fossilfrei, im Solarflugzeug.

Mittwoch 20:00 Uhr NDR kultur

Hörspiel

Ich nannte ihn Krawatte Nach dem gleichnamigen Roman von Milena Michiko Flasar Komposition: Sabine Worthmann Bearbeitung: Norbert Schaeffer Regie: Andrea Getto Mit Jakob Diehl, Michael Evers, Victoria Trauttmannsdorff u. v. a. NDR 2013 Eine Begegnung im Park irgendeiner japanischen Großstadt. Da ist der 20-jährige Hiro, der sich, nachdem er sich zwei Jahre lang in seinem Zimmer im Elternhaus eingeschlossen und kein einziges Wort gesprochen hat, endlich wieder hinaus wagt. In Japan nennt man junge Menschen wie ihn "Hikikomori", Insich-Zurückgezogene. Und da ist Tetsu, Ende 50, der mit Anzug und gestreifter Krawatte tagaus tagein auf immer derselben Parkbank gegenüber von Hiro Platz nimmt. Ganz behutsam lösen sich aus dem Schweigen die ersten Wörter und Sätze, und es entwickelt sich ein langes Gespräch. Mehr Information unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter

Mittwoch 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

Musik unserer Zeit

Trompeter im Wald - Der Klangkünstler Werner Hasler Mit Trompete und Elektronik macht Werner Hasler aus Natur Kunst. Mit dem Mikrofon fängt er Geräusche ein im Wald, auf der Wiese oder am Wasser und verwandelt diese Aufnahmen in sinnlich-kühle elektronische Klanglandschaften.

Mittwoch 20:03 Uhr SRF 1

Spasspartout

«Mundart mal anders» - Kilian Ziegler Michelle Kalt Kilian Ziegler ist unerhört lustig, unverschämt sprachgewandt und einer, den man einfach mögen muss. Mehrfacher Schweizer Meister im Poetry Slam, Kabarettist und Autor. Er stellt sich die Frage: «Darf man in solch komplizierten Zeiten lachen oder muss man sogar?».

Mittwoch 21:00 Uhr HR2

Krimi-Hörspiel | "Der Augenzeuge" von Philip Levene

Ein Mann zweifelt an seiner eigenen Wahrnehmung Fred Collins, Besitzer einer Imbissstube, bewirtet gerade seine Gäste, als zwei Schüsse fallen. Er läuft sofort auf die Straße und findet die Leiche des alten Grimes in dessen Juwelierladen.

Mittwoch 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Querköpfe

Kabarett, Comedy schräge Lieder Ein moderner Geschichtenerzähler Der "comedic Storyteller" Nikita Miller Ein Porträt von Elmar Krämer Die Jury des deutschen Kleinkunstpreises, den Nikita Miller in diesem Jahr verliehen bekommt, schwärmt von "Geschichten, die nicht nur Verpackung für lustige Pointen sind", spricht von "filmreifer Dramaturgie" - kein Wunder. Nikita Miller studierte unter anderem Philosophie und Rhetorik und schreibt nach den Richtlinien für erfolgreiche Drehbücher. Mit kasachischen Wurzeln und einer russischen Clique in einer schwäbischen Heimat aufgewachsen, ergab sich viel Stoff für Geschichten zwischen den Kulturen und Lebenswirklichkeiten. "Seine Situationskomik, überraschenden Rückbezüge und skurrilen Höhepunkte - gewürzt mit viel Street Credibility - nehmen das Publikum mit auf eine Erzählreise, die niemand vorzeitig beenden möchte." Er sei ein "comedic Storyteller", sagt Nikita Miller über sich selbst und seine Auftritte sind immer auch ein bisschen Therapie, für ihn und für sein Publikum.

Mittwoch 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Albatros Von Mario Willms Mit: Jarii van Gohl, Eva Beauvoir, Natalja Joselewitsch, Elsa Kuno, Martin Hirsch, Vivian Weghoff, Niklas Worgt, Eva Padberg, Isabell Redenius, Oliver Redenius, Jan Hutzelmann, Chloe Beauvoir, Mina Beauvoir, Mario Willms Komposition, Ton und Technik: der Autor und Martin Hirsch Produktion: Autorenproduktion 2022 Länge: 53"09 (Ursendung) Robert, ohne festen Wohnsitz, aber dem Leben positiv zugewandt, zieht durch das nächtliche Berlin und erzählt seine Lebensgeschichte: von unfreiwilliger Berühmtheit, vom Ethos des Obdachlosen, von Liebe und anderen Gebrechen. Robert, ein unverdrossener und wortgewandter junger Obdachloser, streift flaschensammelnd durch die Straßen Berlins. Eines Tages erhält er einen Anruf vom Büro des Bürgermeisters. Man sei auf ihn und seine bunten Streifzüge aufmerksam geworden und wolle ihm einen Job anbieten - mit ordentlichem Gehalt. Das klingt tatsächlich gut, doch erst einmal muss er ein Familienerbstück verkaufen, um seiner Liebe das Leben zu retten - einer Frau, die er vor dem Eisladen getroffen und die sein Leben verändert hat. Ihretwegen hörte er auf zu "misanthropisieren", schlief unter ihrem Dach, duschte regelmäßig. Sein Selbstverständnis als "obdachloser Penner" war ins Wanken geraten. In einer kalten Nacht läuft er einmal quer durch die Stadt und erzählt seine Geschichte. Mario Willms, geboren 1978 in Bernau, Hörspielmacher, Musiker, Grafiker. Studium der Radiokunst an der Bauhaus Universität Weimar. 2009 die Eigenproduktion: "Luxusdiskussion". Hörspiele als Autorenproduktionen für den WDR: "Überall ist Krach" (2020), "Egal, ob die Zukunft passiert" (2022). Als Musiker und DJ arbeitet er unter dem Namen Douglas Greed, hat eigene Bandprojekte und komponiert und produziert in seinem Studio für andere Künstler. Er lebt in Berlin. "Albatros" wurde gefördert durch die GVL aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Programms "Neustart Kultur". Hörspiel: Nächtlicher Streifzug durch die Stadt Albatros

Mittwoch 23:03 Uhr WDR3

WDR 3 open: World

Mit Babette Michel Nyckelharpa und Dung Chen: Sounds zwischen Himalaya und Sahara Wie klingt die Schäferflöte der Fulani? Welche Töne kommen aus der Dung Chen? Woher stammt die Nyckelharpa? Und was ist das alles überhaupt? Willkommen zur einer Instrumenten-Expedition zwischen Himalaya und Sahara. Adama Barry bläst die Fulani-Flöte und zupft westafrikanische Lauten, die er selbst baut. Sein Wissen und seine Musik bringt er in die Osloer Musikszene ein. Stephan Micus, Instrumenten-Sammler und Multiinstrumentalist, hat von seinen Asienreisen viele Instrumente mitgebracht. Am beeindruckendsten sind für ihn die Blechblasinstrumente Dung Chen, die bis zu 4,5 Meter lang sein können und in tibetischen Klöstern geblasen werden. Micus kombiniert sie mit indischen und sibirischen Instrumenten auf seinem Album "Thunder". Babette Michel stellt außerdem Musik des indischen Sarangi-Meisters Lakha Khan vor. Dazu die Nyckelharpa, erklärt von Marco Ambrosini. Und die Instrumente des Musikers Abaji.

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