Features im Radio

Features

Montag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Die Reichsgründung und Bayern 1871 aus weiß-blauer Sicht Kaiser Wilhelm I. Der letzte Preuße Das Kalenderblatt 18.01.1855 Wilhelm Ganzhorn, Dichter des Volkslieds "Im schönsten Wiesengrunde", heiratet Von Xaver Frühbeis Die Reichsgründung und Bayern - 1871 aus weiß-blauer Sicht Autoren: Simon Demmelhuber und Volker Eklkofer / Regie: Kirsten Böttcher Im Sommer 1866 rückt die seit einem halben Jahrhundert offene deutsche Frage ihrer Lösung näher. Preußen besiegt Österreich, löst den Deutschen Bund auf, drängt das Habsburgerreich in die Isolation und dehnt sich bis zum Main aus. Die Dynamik der Entwicklung setzt Bayern, das auf Seiten Österreichs gestanden hatte, unter massiven Druck. Während der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck auf einen geeinten Nationalstaat unter preußischer Führung drängt, versuchen der leitende Minister Ludwig von der Pfordten und ein junger, unerfahrener Ludwig II., die Selbstständigkeit des Königreichs zu erhalten. 1870 führt Preußen die deutschen Staaten in einen von Bismarck provozierten Krieg mit Frankreich. Im deutschlandweiten Siegestaumel schwindet der Widerstand gegen das Kaisertum der Hohenzollern. Bayern ist quer durch die Bevölkerung gespalten, national-liberale Befürworter des Anschlusses und konservativ-katholische Partikularisten liefern sich heftige Propagandaschlachten. Vergeblich warnt die "Patriotenpartei" vor "Säbelherrschaft" und "Militärdiktatur". Nach zähen Verhandlungen und einem zehntägigen Debattenmarathon im Landtag reiht sich Bayern im Januar 1871 - ohne großen Enthusiasmus - ins Reich ein. Kaiser Wilhelm I. - Der letzte Preuße Autor: Christian Feldmann / Regie: Sabine Kienhöfer Eigentlich wollte er gar nicht Kaiser werden. Bis zum Vorabend der glanzvollen Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles am 18. Januar 1871 widersetzte er sich dem ungeliebten Titel; er wollte Preußen, das er als König regierte, nicht in einem gesamtdeutschen Nationalstaat aufgehen lassen. Doch auch hier fügte er sich letztlich seinem übermächtigen Ministerpräsidenten und späteren Reichskanzler Bismarck - und stöhnte bald: "Es ist nicht leicht, unter diesem Kanzler Kaiser zu sein!" Beide waren sich einig im Bestreben, durch Bündnisse mit den Nachbarmächten das europäische Gleichgewicht und den Frieden zu sichern. Als Kronprinz hatte Wilhelm 1848 den Einsatz von Kanonen gegen die Berliner Barrikadenkämpfer befürwortet; später zeigte er - unter dem Einfluss seiner politisch begabten Frau Augusta - liberale Anwandlungen. Im Alter wurde er richtig populär, viele sahen in ihm das gute alte Preußen verkörpert und sangen nach seinem Tod 1888 auf die Melodie eines Reitermarsches "Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben!" Moderation: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Patient Meer

Der röchelnde Atem der Erde (1). Gestaltung: Ilse Huber Erst das Jahr 2021 muss kommen, damit der Wert, die Bedeutung und die Gefährdung der Ozeane in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit rücken. Die Vereinten Nationen rufen mit dem ersten Jänner dieses Jahres das Jahrzehnt der Meeresforschung für Nachhaltige Entwicklung aus. Endlich möchte man fast sagen, nach all dem, was die Menschheit dem Meer bis jetzt angetan hat: Überfischung, Vergiftung, Versauerung, Lebensraum-Vernichtung, Kloake, Abbaugebiet. Insgesamt sind 71 Prozent der Erdoberfläche von Meeren bedeckt, wobei man im allgemeinen Sprachgebrauch nicht von den 7 Weltmeeren spricht, sondern nur von drei Ozeanen: Atlantischer Ozean, Indischer Ozean und Pazifischer Ozean. Sie sind gigantische Klimaschützer und speichern sehr viel Kohlendioxid. Damit fungieren die Ozeane als Klimapuffer, die den Temperaturanstieg in der Atmosphäre mäßigen. Allerdings wie lange noch und mit welchen Auswirkungen? Das Eis am Nordpol war im September 2020 auf die zweitkleinste Sommerfläche seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979 geschrumpft. Weniger Eis bedeutet weniger Weiß. Und damit weniger reflektiertes Sonnenlicht. Je dunkler die Oberfläche, desto höher die Temperatur, weil die Oberfläche die Wärme aufnimmt. Ein Kriterium, das den Klimahaushalt beeinflusst. Mit steigenden Temperaturen in der Luft erwärmt sich das Wasser und erhöht sich der Kohlendioxidgehalt. Das führt zur Versauerung des Wassers. Was bedeutet das für die marine Lebewelt? Wärmere Zeiten rufen auch stürmischere Zeiten hervor. Mehr Energie - mehr Wirbelstürme. Und unter Wasser bewegen sich die Kontinentalplatten. Die Folge? Seebeben und Tsunamis. Der blaue Planet könnte sein blaues Wunder erleben. Dann nämlich, wenn seine Schätze gehoben und rücksichtslos nach Erdöl, Erdgas, Mangan, Salz und Seltenen Erden gesucht wird. Auf seiner Oberfläche bringt sich die Schifffahrt in Stellung. Eisfreie Passagen bedeuten immer weniger Tabuzonen auf dem Globus. Die Arktis als neue Handelsroute- von vielen ein Hoffnungsgebiet. Es gibt also Begehrlichkeiten ohne Ende. Geht dem Meer bald die Luft aus? Die Ozeane - der röchelnde Atem der Erde nennt Ilse Huber ihre Serie.

Montag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Wissen für alle

Wie Wikipedia, Projekt Gutenberg und Sci-Hub die Welt verändern (1). Gestaltung: Anna Masoner, Stefan Niederwieser Eine nette Idee, aber zu verrückt, um jemals zu funktionieren. Das dachten 2001 wohl viele über das waghalsige Vorhaben des Philosophen Larry Sanger und des Unternehmers Jimmy Wales. Die beiden planten nichts weniger als eine Online-Enzyklopädie, an der jeder mitschreiben kann. Und sie sollte es qualitativ mit dem Lexikon Goldstandard der Branche aufnehmen können: der altehrwürdigen Encyclopedia Britannica. Was viele nicht für möglich gehalten haben, wurde Realität. Heute kann man Wikipedia wohl als bislang größte Kollaboration in der Menschheitsgeschichte bezeichnen. Wikipedia gehört zu den populärsten Webseiten und ist eine riesige Wissensschatzkiste. Und was einmal als Ort galt, an dem sich Editoren bittere Schlachten über ihre Weltbilder austragen, ist ein Zufluchtsort der Vernunft und Ruhe geworden, wenn man sie mit Facebook oder Twitter vergleicht. Große US-Konzerne bemühen sich aber auch, Wissensschätze der Menschheit zu sichern. So sind im Bestand von Google Books derzeit über 40 Millionen Bücher. Dagegen nimmt sich das deutsche Projekt Gutenberg mit etwas über 50.000 Einträgen fast winzig aus. Die Österreichische Nationalbibliothek kooperiert mit Google. Einige hunderttausend Bücher aus der ÖNB soll man bald von der ganzen Welt aus lesen können. Akademische Schattenbibliotheken wie Sci-Hub sind dagegen seit Jahren mit Verlagen im Clinch, weil sie urheberrechtlich geschützte Inhalte frei zur Verfügung stellen. Was zählt mehr: eine offene, freie Wissenschaft oder der Schutz von Urheberrechten? Wer aber betreut diese Archive? Wer macht die Arbeit? Und mit welcher Motivation? Stefan Niederwieser und Anna Masoner beschäftigen sich mit den Herausforderungen, vor denen Wikipedia aber auch andere Wissen-Sammelstellen im Netz heute stehen.

Montag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Tieftöner

Die Geschichte des elektrischen Basses (1). Gestaltung: Klaus Wienerroither Der elektrische Bass hat entscheidend zur musikalischen Evolution beigetragen. Heavy Metal, Funk und auch Reggae wären ohne den E-Bass schwerlich entstanden. Mit der steigenden Popularität der elektrischen Gitarre ist der in den damaligen Bands verwendete Kontrabass zu leise. Zuerst werden diese Bässe mit einem Tonabnehmer aufgerüstet. Vorläufer des elektrischen Basses werden bereits in den 1930-er Jahren hergestellt. Der erste E-Bass, der in Serie produziert wird, ist der Fender Precision Bass, welcher 1951 in die Läden kommt. Ein Vorteil neben seiner Handlichkeit ist, dass nun auch alle Gitarristen sofort Bass spielen können, weil die ersten E-Bässe entsprechend den E-Gitarren Bünde haben. Eine der ersten Aufnahmen mit elektrischem Bass stammt aus dem Jazz. Monk Montgomery spielt 1953 E-Bass auf einer Aufnahme des Art Farmer Septetts. Als erste Rock´n Roll Aufnahme mit einem elektrischen Tieftöner gilt der "Jailhouse Rock" von Elvis Presley aus dem Jahr 1957. Der britische Rockmusiker John Entwistle erregt 1965 mit seiner außergewöhnlichen Spieltechnik und seinem Solo auf "Talking bout my generation" von seiner Band "The Who" Aufmerksamkeit. James Jamerson, der seine Karriere als Jazz Kontrabassist gestartet hat, ist in den 1960er Jahren der Haus- und Hofbassist des legendären Motown Labels. Seine innovativen E-Basslinien sind auf hunderten von Soul- und Rhythm Blues-Aufnahmen zu hören. Larry Graham, Bassist bei "Sly and the family stone", gilt als der erste E-Bassist, der die sogenannte Slap-Technik angewendet hat. Hier werden die Saiten mit dem rechten Daumen angeschlagen und mit dem Zeigefinger angerissen. Das 1976 veröffentlichte, selbstbetitelte Debüt-Album des US-amerikanischen Bassisten Jaco Pastorius hat ohne Zweifel die Rolle des E-Basses im Jazz neu definiert. Dem damals 24-jährigen Musiker gelingt hier die Emanzipation des oft auf seine bloße Begleitfunktion reduzierten Instruments als vollwertige Solostimme.

Montag 10:04 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Julia Schöning Feature: Keine Krise trotz Corona; Redezeit mit Eckart Conze, Historiker, über den 150. Jahrestag der Deutschen Kaiserreichsgründung zur vollen Stunde WDR aktuell

Montag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Die Geschichte der Glasarchitektur Durchlässig für Licht Glashütten in Bayern Handwerk und High-Tech Das Kalenderblatt 18.01.1855 Wilhelm Ganzhorn, Dichter des Volkslieds "Im schönsten Wiesengrunde", heiratet Von Xaver Frühbeis Die Geschichte der Glasarchitektur - durchlässig für Licht Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Irene Schuck Glas hat seit alters her mystische Qualitäten und eine tiefe Beziehung zum Symbolischen und zur Transzendenz. Die Kirchenfenster mittelalterlicher Kathedralen sollen den Menschen zu Gott hinführen, und die verglasten Hochhäuser, Einkaufswelten und Firmengebäude der Gegenwart versprechen Modernität, Lust am Konsum und eine zukunftsorientierte Unternehmenskultur. Der Siegeszug der Glasfassade, der im 19. Jahrhundert begonnen hat, hält unvermindert an, doch es treten inzwischen auch Widersprüche und Konflikte zutage. Glashütten in Bayern - Handwerk und High-Tech Autorin: Renate Ell / Regie: Sabine Kienhöfer Es fing ganz klein an - buchstäblich. "Patterl", Rosenkranzperlen waren das erste Erfolgsprodukt der Glasindustrie im Bayerischen Wald. Den Markt für hochwertige Trinkgläser oder dekoratives Kunsthandwerk musste sie anfangs der Konkurrenz aus Venedig überlassen, "Waldglas" galt als minderwertige Ware. Doch der Import aus Italien war letztlich zu teuer und die bayerischen Glasmacher konnten beweisen, dass auch sie mehr konnten als "grob Glaswerck". Im regen Austausch mit böhmischen Hütten entwickelte sich in den abgelegenen Wäldern Ostbayerns eine international erfolgreiche Industrie. Im 20. Jahrhundert wurde die Situation wieder schwierig, immer mehr Betriebe mussten schließen oder verloren zumindest ihre Selbstständigkeit. Heute ist die Kunst der handwerklichen Glasherstellung als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt - aber mitnichten museal, sondern bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig in Bayern. Eine Fortsetzung findet die Glastradition außerdem in der Forschung für moderne Technologien. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Konsumreduktion - Verzicht oder Bereicherung? Lebensmodelle jenseits der Wachstumsspirale Von Maike Strietholt (Wdh. vom 13.07.2020) In Zeiten des Klimawandels ist ständig von Verzicht die Rede: Verzicht auf Flugreisen, auf Fleisch, auf das bequeme Auto vor der Haustür ... Und immer schwingt dabei ein bedrohlicher Unterton mit. Doch muss weniger Konsum zwingend mit einer Verringerung der Lebensqualität einhergehen? Für die in diesem Feature zu Wort kommenden Menschen ist klar, dass es um etwas anderes geht: um die Befreiung vom Überfluss - und um die ganz natürlichen Grenzen, die die Ressourcensituation des Planeten einem auf Konsum und Wachstum konzentrierten Lebensstil schon heute setzt.

Montag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Patient Meer. Der röchelnde Atem der Erde (1). Gestaltung: Ilse Huber Wissen für alle. Wie Wikipedia, Projekt Gutenberg und Sci-Hub die Welt verändern (1): Gestaltung: Anna Masoner, Stefan Niederwieser Tieftöner. Die Geschichte des elektrischen Basses (1). Gestaltung: Klaus Wienerroither

Sonntag Dienstag